Intensivpflege Vita Amare Süd

Steffen Rogge: "Ohne die Hochschule könnten wir das Projekt nicht stemmen"

Steffen Rogge, Geschäftsführer des Intensivpflegedienstes Vita Amare Süd, entwickelt mit verschiedenen Projektpartnern eine Telepräsenzsystem zur Unterstützung von Pflegeassistenten und Pflegefachkräften.
Steffen Rogge und Prof. Georg Westermann vor dem Intensivpflegedienst Vita Amare Süd im Hintegrund Pflegefachkräfte

14. Dezember 2020

Ob zur besseren Versorgung von Patienten oder zur Fachkräftesicherung – Technische Lösungen könnten in der Pflegebranche helfen. Aber welche sind das? Wie lassen sie sich in den Arbeitsalltag integrieren? Und welche (gesetzlichen) Voraussetzungen müssen geschaffen werden? Der Wernigeröder Pflegedienstleister Vita Amare Süd will das in einem gemeinsamen Projekt mit der Hochschule Harz herausfinden.

Herr Rogge, warum haben Sie sich mit Ihrer Idee an die Hochschule Harz gewandt?

Innovationen – und das wäre die Zuhilfenahme eines Telepräsenzsystems in der Intensivpflege – allein nebenbei umzusetzen, wäre für uns nicht möglich gewesen. Die personellen und finanziellen Ressourcen sind begrenzt. Ohne die Unterstützung der Hochschule könnten wir das Projekt nicht stemmen, denn erst durch die Kooperation haben wir unsere erste Idee konkretisiert, konnten einen Förderantrag stellen und uns weitere wichtige Partner suchen.

Wie wichtig sind Innovationen in der Pflegebranche?

Ich denke, wir sind an einem Punkt, an dem wir nicht mehr so weitermachen können wie bisher. Die Konkurrenz um die besten Pflegefachkräfte ist stark. Wir müssen neue Wege gehen, Ideen testen und auch mal Risiken eingehen wie bei dem Projekt SmartProCare. Ich denke nicht, dass wir zukünftig Roboter einsetzen werden. In der Pflege muss immer der Mensch im Vordergrund stehen, weil es anderenfalls keine lebenswerte Pflege ist. Aber wir können die Pflege durch die menschliche Hand mit neuen Technologien kombinieren, die ja schon da sind und eingesetzt werden könnten. Pilotprojekte im medizinischen Bereich gibt es bereits und wir hoffen, dass SmartProCare eine Grundlage für entsprechende gesetzliche Öffnungen sein wird.

„Die Konkurrenz um die besten Pflegefachkräfte ist stark. Wir müssen neue Wege gehen, Ideen testen und auch mal Risiken eingehen wie bei dem Projekt SmartProCare.“
Steffen Rogge, Geschäftsführer des Wernigeröder Pflegedienstleisters Vita Amare Süd

Welchen Aufwand haben Sie bei Vita Amare Süd für das Projekt?

Personell betrifft das in erster Linie mich. Als Konsortialführer liefert Vita Amare Süd den fachlichen Input und koordiniert die Projekttreffen, die Aktivitäten der insgesamt drei Projektpartner und muss dann entsprechende Zuarbeiten leisten, wenn es um die Aufnahme der Arbeitsprozesse bzw. um die Auswahl der Technik geht.

Bei SmartProCare geht es um ein Pilotprojekt, für dessen Lösung es noch keine gesetzliche Grundlage gibt. Das klingt nach einem Benefit, der noch in weiter Ferne liegt.

Das stimmt, aber wir gehen hier ein grundsätzliches Problem an, das sich ohne neue Wege so bald nicht lösen wird. Und wenn es eine gesetzliche Öffnung gibt, wissen wir bereits, wie man Telepräsenzsysteme einsetzen kann und haben den Marktvorteil. 

Herr Rogge, vielen Dank!

spc

Informationen und Kontakt

An der Entwicklung des Telepräsenzsystems arbeitet Vita Amare Süd mit der Hochschule Harz als wissenschaftlichem Partner, der KAMEDTECH Medizintechnik GmbH sowie einem externen Qualitätsmanagementbeauftragten. Das Projekt SmartProCare wird  im Rahmen des BMBF-Programms „Zukunft der Arbeit: Mittelstand – innovativ und sozial“ gefördert. Mehr über das Projekt auf den Presseseiten der Hochschule Harz.


Steffen Rogge, Geschäftsführer der Vita Amare Süd GmbH, 03943-6266129, s.rogge@vitaamaresued.de, Homepage: https://vitaamaresued.de/


Ansprechpartner an der Hochschule Harz ist: Prof. Georg Westermann, 03943-659235, gwestermann@hs-harz.de, Homepage des Bereichs Forschung an der Hochschule Harz: https://www.hs-harz.de/forschung/

Text und Bilder (soweit nicht anders benannt): Claudia Aldinger

Wort-Bild-Marke KAT-Netzwerk

KATalysiert: Die Konzeption des Projekts SmartProCare und die Beantragung von Fördermitteln unterstützte das Application Lab der Hochschule Harz. Es ist Teil des KAT-Netzwerks für Wissens- und Technologietransfer in Sachsen-Anhalt.