Vom Labor in die schnelle Praxis: Hochschulnetzwerk KAT feiert 20 Jahre Forschungs- und Transferarbeit

Von Karoline Klimek | 16. Juni 2026

Forschung muss dort ankommen, wo sie Wirkung entfaltet: in Unternehmen, Regionen und Gesellschaft. Seit 20 Jahren verfolgt das Kompetenznetzwerk für Angewandte und Transferorientierte Forschung, kurz KAT, genau dieses Ziel. Der Zusammenschluss der Hochschulen Magdeburg-Stendal, Anhalt, Harz und Merseburg wird aus Mitteln der Europäischen Union gefördert. Am 11. Juni 2026 feierte das Netzwerk sein Jubiläum im Herrenkrug Parkhotel.

„Was vor 20 Jahren mit dem Aufwuchs von Forschungsaktivitäten an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Sachsen-Anhalt begann, ist heute ein etabliertes Forschungs- und Transfernetzwerk, das Maßstäbe setzt und uns mit Stolz erfüllt“, betonte KAT-Sprecherin Prof. Dr. Kerstin Baumgarten bei der Begrüßung der Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. In 20 Jahren KAT wurden 350 Forschungsvorhaben in Kooperation zwischen den Hochschulen und regionalen Unternehmen sowie Organisationen umgesetzt. Aktuell forschen die Hochschulen im Rahmen des Verbundprojekts zu 36 Themen mit Fokus auf die Bereiche Klimaschutz, Strukturwandel und Digitalisierung. 

Dabei stellt sich beispielsweise ein Wissenschaftsteam der Hochschule Harz die Frage, wie das Laden von Elektrofahrzeugen sicherer vor Hackerangriffen gestaltet werden kann, um das Abgreifen von Zahlungsdaten oder gar die Fremdsteuerung des Ladenetzwerks zu verhindern. Künstliche Intelligenz kommt an der Hochschule Anhalt zum Einsatz, um landwirtschaftliche Photovoltaikanlagen hinsichtlich der Wechselwirkungen zwischen Umweltfaktoren und Energieproduktion zu optimieren. Ein Forschungsprojekt der Hochschule Merseburg hat sich der Entwicklung einer umwelt- und gesundheitsschonender Alternative zu gängigen Sonnenschutzmitteln verschrieben. Und wie Stadtplanung „grüner“ gestaltet werden kann, um langfristig das Stadtklima, die Lebensqualität und die Gesundheit der Bewohner positiv zu beeinflussen, wird an der Hochschule Magdeburg-Stendal untersucht.

Neben der aktiven Forschung prägen der institutionsübergreifende Austausch, die aufgebauten hochschuleigenen Unterstützungsstrukturen für Forschende und Gründungsinteressierte sowie die strategischen Partnerschaften mit Wirtschaft und Politik die Arbeit im KAT-Projekt. „Als das KAT gegründet wurde, stand Sachsen-Anhalt vor großen strukturellen Herausforderungen. Heute können wir sagen: Dieses Netzwerk hat entscheidend dazu beigetragen, dass unser Land innovativer, wettbewerbsfähiger und zukunftsfester geworden ist“, unterstrich der langjährige Wegbegleiter Peter Hinrichs, Referent beim Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, die Bedeutung des KAT-Netzwerks. „Das KAT ist unverzichtbar für die Innovationskraft unseres Landes. Und ich bin überzeugt: Die nächsten 20 Jahre werden mindestens ebenso erfolgreich.“

Die vier Hochschulen wollen auch in den kommenden Jahren eng zusammenarbeiten. Als Antrieb steht das gemeinsame Ziel für eine lebenswerte Zukunft: Forschung in die Praxis bringen, Innovationen fördern und den Wissens- und Technologietransfer zwischen Hochschulen, Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig stärken. 

Fotos: Sascha Perten | Hochschule Anhalt